WiR HABEN EINE GESAMTSTRATEGIE ZUR FACHKRÄFTESICHERUNG

Fachkräftemangel - Gesamtstrategie zur Fachkräftesicherung

Der Fachkräftemangel ist zur größten Sorge der österreichsichen Wirtschaft geworden. Besonders für Oberösterreichs Betriebe ist dies die eindeutig größte Wachstumsbremse. Von der Bewältigung dieser gewaltigen Herausforderung hängen nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe und damit die Sicherheit der Arbeitsplätze, sondern auch die Attraktivität des Wirtschaftsstandortes, das Ausmaß des Wirtschaftswachstums und die Aufrechterhaltung eines vernünftigen sozialen Netzes auch für zukünftige Generationen ab. In Oberösterreich fehlen bereits 30.500 Fachkräfte. Am meisten betroffen sind die mittelständischen Betriebe mit 10 bis 49 DienstnehmerInnen.  Auf der Ebene der Qualifikationen bzw. Bildungsabschlüsse hatten die Unternehmen im letzten Jahr vor allem Schwierigkeiten, geeignete MitarbeiterInnen mit Lehrabschlussprüfung zu finden. Ein klarer Auftrag, die „duale Ausbildung“ in Österreich intensiv zu forcieren und weiterzuentwickeln.

DIE GESAMTSTRATEGIE UMFASST 5 WICHTIGE BEREICHE

1. Gesamtstrategie für qualifizierte Zuwanderung von Fachkräften aus dem Ausland.

Wir brauchen schlichtweg Fachkräfte aus dem Ausland und wir müssen sie dorthin bringen, wo sie gebraucht werden. Es gilt das vorhanden Zuwanderungspotential zu nutzen, denn ein Teil des Fachkräftebedarfs wird nur über qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland zu decken sein. Ein erster Schritt in die richtige Richtung ist dabei die Überarbeitung der Rot-Weiß-Rot-Karte, die sich an den Bedürfnissen der heimischen Wirtschaft orientiert: Die Betriebe kommen jetzt einfacher und schneller zu dringend benötigten Fachkräften. Weniger bürokratische Hürden sparen Zeit und Geld für Betriebe und Antragssteller, da z.B. der Nachweis der ortsüblichen Unterkunft weg fällt. Leichterer Zugang zur RWR-Karte durch Anpassung der erforderlichen Gehaltsuntergrenzen: Für Unter-30-Jährige waren es bisher 2.565 Euro, künftig sind es nur noch 2.052. Für Über-30-Jährige wird die geforderte Gehaltssumme von 3.078 auf 2.565 Euro gesenkt.

Die Berücksichtigung der regionalen Bedürfnisse bei der Mangelberufsliste ist ein essentieller Schritt im Kampf gegen den Fachkräftemangel, denn die Wirtschafts- und Arbeitsmarktsituation in Oberösterreich unterscheidet sich von den anderen Bundesländern. OÖ hat 18 Berufe auf der Mangelberufsliste stehen. Darunter finden sich zahlreiche technische und Handwerker-Berufe, aber etwa auch Gehaltsverrechner sowie - nicht unwesentlich - diplomierte Krankenpfleger. Der Koch hat es auf die bundesweit geltende Mangelliste geschafft. Die Zahl der Fachkräfte die durch die regionalen Mangelberufsliste geholt werden können, ist mit 300 Personen begrenzt. Das ist ein Anfang, jedoch muss die Zahl der Fachkräfte aus EU-Drittstaaten am Bedarf der Betriebe ausgerichtet werden.   

2. Investition in Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen.

Der zentrale Schwerpunkt sollte in der Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter liegen, um das Fachkräfteangebot für die Unternehmer sicherzustellen. Ein besonderes Augenmerk ist dabei auf die duale Ausbildung zu legen und damit auf die Unternehmer der Zukunft. Erweitert um eine Digitale Komponente, tragen moderne und neue Lehrberufsbilder zur Aufwertung der Lehre bei und haben das Potential, neue Zielgruppen wie Maturanten, Erwachsene oder Studienabbrecher zu erschließen. Maßnahmen wie: 

  • „Bildungs- und Berufsberatung“ für alle Schülerinnen und Schüler sollen spätestens ab der 7. Schulstufe flächendeckend als eigener Unterrichtsgegenstand in allen oö. Schulen (NMS/AHS) umgesetzt sein. 
  • MINT-Kompetenzen steigern: Zwei Technisch-Naturwissenschaftliche Neue Mittelschulen (TN2MS) je Bezirk in Oberösterreich. Wir müssen die Schüler ganz gezielt für Digitalisierung und IT begeistern. 
  • Absicherung der Gratis-Potentialanalyse
  • WIFI - Fachkräfteschmiede: Zuführung von Fachkräften über das WIFI oder die DUALE AKADEMIE

3. Anreize für berufliche und räumliche Mobilität schaffen

Ziel muss zudem eine rasche Vermittlung von Arbeitssuchenden auf offene Stellen sein. „Aktion -10 Prozent“ – Arbeitslose rasch in Arbeit bringen. Das gelingt durch Anreize für mehr berufliche und räumliche Mobilität. Dazu zählt beispielsweise die Intensivierung der überregionalen Vermittlung durch das AMS sowie die Ausweitung der bestehenden zumutbaren Wegzeiten bei Teilzeit- und Vollzeitbeschäftigung. 

4. Schaffung von besseren Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie

In diesem Zusammenhang muss auch auf eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie gesetzt werden. Von besonderer Wichtigkeit sind dabei der Ausbau und die Flexibilisierung des Kinderbetreuungsangebots, vor allem in ländlichen Regionen Österreichs.  

5. Gesundheit erhalten durch stärkeren Fokus auf Prävention

Schließlich ist die Gesundheit des Menschen ein zentraler Faktor in der Welt der Arbeit. Daher soll ein stärkerer Fokus auf präventive Maßnahmen gelegt werden. Mehr gesunde Lebensjahre würden nicht nur zu mehr gesunden Arbeitsjahren führen, sondern vor allem die Lebensqualität des Einzelnen verbessern – auch im Alter.

Kurz gefasst:

Gesamtpaket zur nachhaltigen Fachkräftesicherung ist notwendig

Damit der derzeitige Fachkräftemangel kurz-, mittel- und langfristig behoben werden kann, muss an vielen Stellschrauben gedreht werden um die Handbremse für den Standort Oberösterreich zu lösen. Für die Sicherung des Fach- und Arbeitskräftebedarfs ist die Umsetzung des umfassenden Gesamtkonzeptes notwendig, das wir bereits von der Regierung gefordert haben (und bereits beschlossen wurde).... 

  • Reformierung der Rot-Weiß-Rot-Karte und Regionalisierung der Mangelberufsliste
  • Investition in Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen 
  • mehr Anreize für berufliche und räumliche Mobilität 
  • Bessere Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie
  • Gesundheit erhalten durch stärkeren Fokus auf Prävention

ZIEL DER FACHKRÄFTEOFFENSIVE

Ziel ist es, bis zum Jahr 2022 30.000 Fachkräfte und pro Jahr 1.000 zusätzliche Lehrlinge für die oberösterreichische Wirtschaft zu gewinnen. Daher hat die Fachkräftesicherung im Standortmasterplan höchste Priorität. Jetzt geht es auch darum, ins „Tun“ zu kommen.